Technologietransfer bezeichnet den Vorgang, Inhaber von Technologien mit Personen aus der freien Wirtschaft zusammenzubringen, um neue Technologien zu nutzen. Seit den neunziger Jahren wird dieser Vorgang auch staatlich gefördert, um am Weltmarkt mithalten zu können als Hochtechnologieland. Es gibt zwei Arten von Technologietransfer.
Der vertikale Technologietransfer bezeichnet den Transfer von Technologie entlang der verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Die so genannte horizontale Variante bezeichnet stattdessen den Transfer von Technologie zwischen denselben Stufen der Wertschöpfungskette.
Durch die Änderung der Landeshochschulgesetze und der Aufnahme des Technologietransfers in den Aufgabenkatalog der Hochschulen hat die Frage, wie der Transfer von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Entwicklungen in die Wirtschaft noch effizienter erreicht werden kann an Brisanz gewonnen. Einige Hochschulen haben bereits strategische Partnerschaften mit ausgewählten Unternehmen und betreiben gemeinsam Forschungseinrichtungen.
In einigen Bundesländern gibt es Initiativen zur Förderung des Technologietransfers zwischen Hochschulen und freier Wirtschaft. In Baden-Württemberg wurde 1998 die Steinbeis GmbH & Co. KG für Technologietransfer gegründet. Dem Steinbeis-Verbund gehören weltweit 500 Steinbeis-Transferunternehmen und Tochterunternehmen sowie Kooperations- und Projektpartner an. So z.B. auch das Transferzentrum Raumfahrt. Der Aufbau eines Netzes fachspezifischer Transferzentren begann bereits 1983.
Hochschulen und Einrichtungen der Wirtschaft haben sich in Hessen zum TechnologieTransferNetzwerk Hessen zusammen geschlossen und fördern auf diese Art und Weise den Transfer neuer Technologien. So wurde in Sachsen im Jahre 1996 die GWT – Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer gegründet, die das Wissen der Universitäten und Hochschulen in Sachsen vermarktet, insbesondere das gewaltige Know-How der Technischen Universität Dresden.
Durch solche Initativen ist es möglich die Forschungsergebnisse der Universitäten und Fachhochschulen in die Wirtschaft zu implementieren und damit den Technologiestandort Deutschland nachhaltig zu fördern. Der Vorteil für die Wirtschaft liegt im Zugang zu aktuellem Wissen und Technologien. Expertenwissen zu neuen Produkten, Verfahren und Technologien verschafft den Firmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, gerade auch in internationalen Märkten. Aber auch die Möglichkeit Informationen zu Marketing-Instrumenten und Organisationsstrukturen zu erhalten, hilft Managern die Ausrichtung ihrer Unternehmen nach modernen Gesichtspunkten zu gewährleisten.
